Christoph Burghardt

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Lukas16 Vers19-31

Reicher Mann und armer Lazarus
Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur
und köstlicher Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden.
Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voller Schwären
und begehrte, sich zu sättigen von dem, was von des Reichen Tische fiel;
dazu kamen auch noch die Hunde und leckten ihm seine Schwären.
Es begab sich aber, dass der Arme starb und ward getragen von den Engeln
in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und ward begraben.
Als er nun bei den Toten war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah
Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.
Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein und sende Lazarus,
dass er das Äußerste seines Fingers ins Wasser tauche und kühle meine Zunge;
denn ich Leide Pein in dieser Flamme.
Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, dass du dein Gutes empfangen hast in
deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet,
und du wirst gepeinigt.
Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, dass,
die da wollten von hier hinüberfahren zu euch, könnten nicht, und auch nicht die von
dort zu uns herüber können.
Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn sendest in meines Vaters Haus;
denn ich habe noch fünf Brüder, dass er sie warne, auf dass sie nicht auch kommen
an diesen Ort der Qual.
Abraham sprach: Sie haben Mose und die Propheten; lass sie dieselben hören.
Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge,
so würden sie Buße tun.
Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht
glauben, wenn jemand von den Toten aufstünde.

Wie schnell so ein Leben zu Ende sein kann.
Ein Mann ging zum Arzt, er war so etwa 50 Jahre alt, und ließ sich mal durchchecken wie man so sagt. Und der
Arzt tat dies gründlich und gratulierte ihm hinterher und sagte: Mit ihrem Herzen können sie 100 Jahre alt werden.
Man ahnt schon was passierte. Am nächsten Tag Herzinfarkt.
Nichts ist so sicher wie der Tod und nichts ist so unsicher wie das Leben.
Ich studiere manchmal die Todesanzeigen in der Zeitung, es interessiert mich was dort so geschrieben steht. Wie oft
es dort heißt: Plötzlich und unerwartet.
Wer kann uns nun über das Leben nach dem Tode Auskunft geben. Soll ich Parapsychologen fragen, wie Professor
Bender in Freiburg, der einen Lehrstuhl hat für Parapsychologie. Parapsychologie ist diese Wissenschaft von den
übersinnlichen Dingen. Oder soll ich Okkultisten fragen, die auf verbotenen Wegen ins Jenseits vorstoßen. Vielleicht
mittels einer spiritistischen Sitzung oder so etwas. Dieses möchte ich auf keinen Fall tun. Oder soll ich bei Frau
Doktor Elisabeth Kübler-Roß nachlesen, der berühmten Schweizer Sterbeforscherin die in ihren Büchern, welche
alle Bestseller wurden, solche interviewt hat die schon einmal angeblich tot waren.
Die waren nicht wirklich tot, die waren nur in einem Zustand den man vielleicht klinischen Tod nennen kann.
Und dann berichten sie alle wie sie dann in ein Licht kamen und in eine Wärme und wie Ihnen ganz wohl wurde und
kein Wort von Gericht, kein Wort von Verantwortung vor Gott. Diese Bücher sind Verführung. Die verführen
ungezählte Menschen. Die Autorin der Bücher hat selber zugegeben, dass sie eine Spiritistin ist, dass sie einen
Geist hat von dem sie sich führen lässt.
Und die Bücher von solchen Menschen werden heute gedruckt zu Millionen und gelesen und der Botschaft wird
geglaubt.
Wen soll ich fragen? Wo soll ich Auskunft holen?
Ich bin so froh, dass kein Geringerer als Jesus Christus selbst uns Auskunft geben kann und geben will in seinem
Wort. Sein Wort ist zuverlässig. Wenn ich der Bibel vertraue habe ich Felsengrund unter meinen Füßen im Leben
und auch im Sterben. Denn er hat selbst gesagt, eher werden Himmel und Erde vergehen, als wie dass seine Worte
vergehen.
Nun zur Geschichte. Wir betrachten zunächst den Reichen. Dieser Reiche.....sein Name wird nicht genannt. Im
Himmel kannte man ihn nicht. Hier auf Erden stand er in der Zeitung und alle kannten ihn und verbeugten sich.
Sein Name war im Himmel nicht bekannt. Er wird einfach nur genannt der Reiche Mann. Er hatte hier auf Erden
Nahrung und Kleidung im Überfluss, hohen Lebensstandard, Freud und irdisches Lebensglück, ein Platz an der
Sonne.
Nun will ich gleich einem Missverständnis vorbeugen. Dieser Reiche Mann wachte nicht in der Hölle auf weil reich
war, sondern weil er ohne Gott, ohne eine persönliche Beziehung zu Gott in die Ewigkeit gegangen war. Aber viel-
leicht war sein Reichtum das größte Hindernis gewesen eine solche Beziehung zu Gott zu suchen und zu finden.
Aber eines Tages starb er nun, es gab eine große Beerdigung in dem Ort, vielleicht wie man sie nie gesehen hat.
Eine Litanei von Lobreden wurde gehalten an seinem Grab. Übrigens muss ich sagen es wird nirgends so viel ge-
logen wie auf Friedhöfen. Zum Glück wird da nicht immer gelogen aber oft. Ich bin selbst bei einer Beerdigung
gewesen, da wurde ein Mann beerdigt den ich gut kannte und ich dachte ich höre nicht richtig. Ich dachte wirklich
ich bin in einem falschen Film. Man hätte meinen können, hier wird der frömmste Mann des ganzen Ortes beerdigt.
Aber ich hatte ihn gekannt. Er war ein Trinker der zu Hause seine Frau geschlagen hatte, sodass diese manchmal
zwei Wochen nicht unter die Leute gehen konnte. Und dann wurde er beerdigt und man dachte, der frömmste Mann
sei nun gestorben. Was wird da alles zusammengelogen auf den Friedhöfen. Aber Gott sieht die ganze Wahrheit. In
Wirklichkeit brannte dieser Mann schon im ewigen Feuer.
Bis hierher spielt der Bericht im Diesseits und nun wechselt er nahtlos ins Jenseits, in jene unsichtbare Welt die genau-
so Wirklichkeit ist wie die Welt, in der wir jetzt noch alle sind. Diese Welt die wir mit unseren 5 Sinnen fassen
können. Aber die Jenseitige Welt, die Ewige Welt, ist genauso Wirklichkeit. Und ich frage mich nun wie sieht dieser
Ort aus an den die Verlorenen kommen. Früher hatten die Mensch angst vor der Hölle. Heute haben die Prediger
angst davor über die Hölle zu predigen. Aber ich will keine angst davor haben und niemand hat deutlicher und ernster
über die Hölle gepredigt als Jesus Christus selbst. So steht es im Matthäus-Evangelium und in der Bergpredigt, wie
ernst er dort  über das Verlorengehen spricht, über einen breiten Weg der zur Verdammnis führt und einen schmalen,
der zum Leben führt. Und auf dem breiten Weg sind viele.
Der Ort der Verlorenen ist ein Ort des Bewusstseins, nicht der Vernichtung. Es heißt hier: Der Reiche hob seine
Augen auf in seiner Qual. Er öffnete die Augen, von wegen 1,80 Meter tief und dann ist alles aus und dann kräht kein
Huhn und kein Hahn mehr nach mir, weg bin ich, ich werde nie mehr aufwachen, von wegen. Er hob seine Augen auf
in seiner Qual. Viele Menschen glauben durch den Tod werde das Dasein des Menschen aufgehoben, dies trifft aber
nicht zu. Viele möchten es vielleicht gerne so glauben, weil sie ahnen was das Neue Testament sagt: Schrecklich ist
es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen Hebräer10 31. Der Ort der Verlorenen ist also auch ein Ort der
Qual. Dieser Reiche war aus einer Welt ohne Schmerzen hineingestorben in eine Welt von Schmerzen. Er litt körper-
liche und psychische Qualen. Er schrie: Ich leide Pein in dieser Flamme. Und die Offenbarung des Johannes14 11
bestätigt diese Aussage und fügt hinzu: Der Rauch ihrer Qual wird aufsteigen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Von Ewigkeit
zu Ewigkeit, ohne Ende. Kannst Du ermessen was das heißt. Wenn unser Leben noch nicht Jesus Christus gehört,
dann stehen wir mit einem Bein in der Hölle.
Der Ort der Verlorenen ist auch ein Ort der Erinnerung. Der Reiche wendet sich an Abraham, den er von ferne sieht,
der im Paradies war und er antwortet ihm: Gedenke, Sohn, erinnere dich daran, dass du dein gutes empfangen hast
in deinem Leben. Ich glaube mit die größte Sünde unseres Lebens ist Undankbarkeit. Gott hatte diesem Reichen so
viel Gutes geschenkt. Er hatte ihm einen Körper gegeben, eine Seele, vielleicht Gesundheit über viele Jahre, vielleicht
eine Frau, vielleicht Kinder, vielleicht gute Ernten, beruflichen Erfolg, Bewahrung in manchen Gefahren usw. Ist es
nicht in unserem Leben ähnlich. Wir leben doch jeden Augenblick von Gottes Güte. Gottes Güte will uns zur Umkehr
leiten. Aber man muss es deutlich sagen, man wird sich an dem Ort der Verlorenen nicht nur an das Gute erinnern,
sondern auch an seine Sünden. Man weiß ja am Abend eines Tages nicht alles was man falsch gemacht hat in den ver-
gangenen 12 Stunden. Wie soll ich mich dann dort an die Sünden meines Lebens erinnern können von vielen Jahren?
In Offenbarung 20, im drittletzten Kapitel der Bibel, steht der erschütternste Abschnitt der ganzen heiligen Schrift. Da
heißt es: Und ich sah einen großen weißen Thron (weiß spricht in der Bibel von Gerechtigkeit, von Reinheit, von Heilig-
keit) und der Thron Gottes ist weiß, schneeweiß, weißer als Schnee und der, der darauf saß und vor seinem Angesicht
floh die Erde und der Himmel und ihnen wurde keine Stätte gefunden. Und dann sah ich die Toten, beide groß und klein
alle Toten stehen vor dem Thron und Bücher wurden aufgetan. Modern gesagt: Dort wird der Film unseres Lebens
ablaufen.
Ein Bekannter half mit bei einer Bauarbeit. Auf einem Gerüst stand er und sollte die Dinge entgegennehmen die mittels
einer Seilwinde hochgezogen wurden. Und er träumte ein wenig und dann kam er mit der Hand in die Seilwinde.
Und in dem Augenblick als der Schmerz durch seinen Körper ging, lief in Bruchteilen einer Sekunde sein Leben vor
ihm ab. Die Jahre die er bis dahin gelebt hatte. Er sah ganz deutlich Stationen aus seiner Kindheit. Wissenschaftler
haben festgestellt, wenn man Stromstöße auf eine bestimmte Stelle in unserem Gehirn gibt, dann passiert genau dies.
Da ist alles gespeichert. Man kann dort wieder finden welche Farbe und Muster die Tapete in unserem Kinderzimmer
hallte, als wir zwei Jahre alt waren. Ist alles da oben drin gespeichert, hat Gott so gemacht.
Dort wird der Film unseres Lebens ablaufen. Und dann werden die Szenen zu sehen sein, wie wir in den Horoskopen
geblättert haben und vielleicht doch glaubten, ach ich weiß nicht, ob ich heute diesen Geschäftsabschluss tätigen
soll oder ob ich mich heute mit dem und dem treffen soll der mir gefällt. Und es wird zu sehen sein, wie wir zu einer
Wahrsagering oder Besprecherin gegangen sind. Wir dachten, Hauptsache es hilft und haben nicht gemerkt, dass es
Zauberei ist. Es ist Weiße Magie, Magie die unter einem christlichen Anstrich gebraucht wird. Und die Szenen werden
zu sehen sein, wie wir den heiligen Namen Gottes gebraucht haben: Ach Gott wie ist es kalt, Ach Gott wie ist es heiß,
Herr Je, Herr Jemine. Es gibt Leute die können fast keinen Satz sagen ohne den Namen Gottes im Munde zu missbrauchen
wo Gott gesagt hat, er wird den nicht ungestraft lassen der seinen heiligen Namen missbraucht. Und der Film läuft weiter.
Es wird zu sehen sein wie wir unsere Ruhetage verbracht haben. Wir sollen den Sonntag heiligen, aber wir hatten keine
Zeit für Gott. Wir hatten keine Zeit in der Bibel zu lesen, wir hatten keine Zeit in einen Gottesdienst zu gehen. Es musste
gearbeitet werden und sonntags auch noch und wenn nicht auf dem Bau dann im Büro. Und der Film läuft weiter.
Wir möchten ihn gerne anhalten aber es geht nicht. Und dann wird zu sehen sein wie wir mit unseren Eltern umgegangen
sind. Jede lieblose Bemerkung, wie wir mit ihnen geredet haben, wie wir hinter ihrem Rücken über sie geredet haben.
Und der Film läuft weiter. Und manches ungeborene Kind wird dann rufen: Mutter, Vater warum habt ihr mich dann
nicht leben lassen. Und die Sünden unserer Jugend werden zu sehen sein. Voreheliche Unzucht, der heimliche Seiten-
sprung, wie wir in jenen sündigen Magazinen geblättert haben, schmutzige Filme angesehen haben und alles was dann
folgte. Es wird alles zu sehen sein. Wir werden uns schämen und würden uns gerne verstecken und es wird nicht gehen.
Und die Szene am Portemonnaie der Mutter und an der Geldkassette des Vaters und wie wir damals in jenem Kaufhaus
scheinbar ungemerkt zugegriffen haben.
 

Matthäus 20

Die Arbeiter im Weinberg
Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der früh am Morgen ausging, Arbeiter zu dingen in seinem Weinberg.
Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Silbergroschen zum Tageslohn, sandte er sie in seinen Weinberg.
Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere an dem Markte müßig stehen und sprach zu ihnen: Gehet ihr
auch in den Weinberg; ich will euch geben was recht ist.
Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und neunte Stunde und tat gleich also.
Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag
müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedingt. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg.
Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Rufe die Arbeiter und gib ihnen den
Lohn und heb an bei den letzten bis zu den ersten.
Da kamen, die um die elfte Stunde gedingt waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten
kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie
den empfingen, murrten sie wider den Hausvater und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und
du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und die Hitze getragen haben. Er antwortet aber und sagte
zu einem unter ihnen: Mein Freund ich tue Dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir eins geworden um einen Groschen.
Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem letzten geben gleich wie dir. Habe ich nicht Macht, zu tun, was ich
will, mit dem Meinen? Siehst du darum scheel, dass ich so gütig bin?
So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auser-
wählt.

Die Zäsur liegt in dem Ende der Arbeit und dem Beginn der Auszahlung.
1.Punkt
Wer nicht zur Arbeit kommt, kommt nicht zum Weingärtner. Es gibt nur zwei Kategorien von Menschen. Auf der
einen Seite der Hausvater auf der anderen Seite die Arbeiter. Es gibt keine dritte Gruppe. Viele Menschen
kommen nicht zum Dienst (sind keine Mitarbeiter Gottes). Mit der Mitarbeit dient man sich selber. Christ sein
heißt Mitarbeiter sein. Es ist die Sinnerfüllung des Lebens. Gott hat einen Anspruch auf mein Leben.
2.Punkt
Wer zur Arbeit kommt ist im Weinberg. Es ist ein Privileg schon möglichst früh in diesem Weinberg sein zu dürfen.
Was unterscheidet nun den 6Uhr-morgens-Arbeiter von dem 5Uhr-abends-Arbeiter?
Der Arbeiter, der 6Uhr morgens beginnt weiß schon früh, dass dieser Tag kein sinnloser ist (es ist der Tag seines Lebens). Das er am Abend einen Lohn empfangen wird. Er weiß um 6Uhr morgens, dass er gewollt ist. Das er über seinen Lohn
hinaus eine Anerkennung für sein Leben bekommt.
Der 5Uhr-nachmittags-Arbeiter lebt 11 Stunden in der nervenzehrenden Ungewissheit, ob dieser Tag überhaupt noch
einen Sinn bekommt. Oder ob er müßig geht, ob er sinnlos lebt. Ob er an diesem Tag noch jemanden trifft der ihn braucht.
3.Punkt
Wer zur Arbeit kommt, kommt nicht zu kurz. Keiner kommt zu kurz. Aber die Mitmenschbeziehung darf nicht in die
Gottesbeziehung mit eingerechnet werden. Wenn wir uns vergleichen, müssen wir uns immer ganz vergleichen. Wir
vergleichen uns mit Menschen ja immer nur auf einer ganz bestimmten Ebene. Wenn tauschen, dann ganz. Der Idolismus
unserer Medien produziert immer das eine Bild: Ich komme zu kurz. Dieses ist marktwirtschaftlich zwar ein wichtiger
Faktor, psychologisch aber ein verheerender.
Bei Gott komme ich nicht zu kurz.


Matthäus-Passion BWV 244

Matthäuspassion Text (Zählung nach BWV)

Erster Teil

Salbung in Bethanien

1 Chor:  Kommt, ihr Töchter, helft mir klagen

Kommt, ihr Töchter, helft mir klagen, sehet
Wen?
den Bräutigam, sehet ihn
Wie?
als wie ein Lamm!
O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet,
Sehet,
Was?
seht die Geduld,
allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet, erbarm dich unser, o Jesu!
Seht
Wohin?
auf unsere Schuld
All Sünd hast du getragen, sonst müssten wir verzagen.
Sehet ihn aus Lieb und Huld Holz zum Kreuze selber tragen!

2 Rezitativ Evangelist: Da Jesus diese Rede vollendet hatte

Da Jesus diese Rede vollendet hatte,
sprach er zu seinen Jüngern:
Ihr wisset, dass nach zweien Tagen Ostern wird, und des
Menschen Sohn wird überantwortet werden, dass er gekreuziget werde.

3 Choral: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen

Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen, dass man ein solch scharf Urteil hat gesprochen?
Was ist die Schuld, in was für Missetaten bist du geraten

4 Rezitativ Evangelist: Da versammelten sich die Hohenpriester

Da versammelten sich die  Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Ältesten im Volk
in dem Palast des Hohenpriesters, der da hieß Kaiphas, und hielten Rat, wie sie Jesum mit Listen
griffen und töteten. Sie sprachen aber:

5 Chor: Ja nicht auf das Fest

Ja nicht auf das Fest, auf dass nicht ein Aufruhr werde im Volk.

6 Rezitativ Evangelist: Da nun Jesus war zu Bethanien

Da nun Jesus war zu Bethanien, im Hause Simonis des Aussätzigen, trat zu ihm ein Weib,
die hatte ein Glas mit köstlichem Wasser und goss es auf sein Haupt, da er zu Tische saß.
Da das seine Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen:

7 Chor: Wozu dienet dieser Unrat?

Wozu dienet dieser Unrat?
Dieses Wasser hier möge teuer verkauft und den Armen gegeben werden.

8 Rezitativ Evangelist: Da das Jesus merkte

Da das Jesus merkte, sprach er zu ihnen:
Was bekümmert ihr das Weib? Sie hat ein gut Werk an mir getan. Ihr habet allezeit Arme bei euch, mich
aber habt ihr nicht allezeit, dass sie dies Wasser hat auf meinen Leib gegossen, hat sie getan, dass man mich
begraben wird. Wahrlich, ich sage euch wo dies Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man
auch sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.
 
Markus 11, 3-9
Anmerkung: Eine Handlung aus Liebe getan, von Jesus akzeptiert. Diese Frau nimmt ihr Ich nicht mehr wichtig. Sie wurde von Gott reich beschenkt. Ihre Liebe zu Jesus ist so groß, dass sie alles um sich herum vergisst. Die Tat ist deshalb nicht sinnlos sondern groß!

9 Rezitativ Alt: Du lieber Heiland du

Du lieber Heiland du, wenn deine Jünger töricht streiten, dass dieses fromme Weib mit Salben
deinen Leib zum Grabe will bereiten, so lasse mir inzwischen zu, von meiner Augen Tränenflüssen
ein Wasser auf dein Haupt zu gießen!

10 Arie Alt: Buß und Reu

Buß und Reu knirscht das Sündenherz entzwei, dass die Tropen meiner Zähren
angenehme Spezerei, treuer Jesu, dir gebären.

Abendmahl

11 Rezitativ Evangelist

Da ging hin der Zwölften einer, mit Namen Judas Ischarioth, zu den Hohenpriestern und sprach:
Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten.
Und sie boten ihm dreißig Silberlinge. Und von dem an suchte er Gelegenheit, dass er ihn verriete.

12 Arie Sopran Blute nur, du liebes Herz

Blute nur, du liebes Herz! Ach! ein Kind, das du erzogen, das an deiner Brust gesogen,
droht den Pfleger zu ermorden, denn es ist zur Schlange worden.

13 Rezitativ Evangelist Aber am ersten Tage der süßen Brot

Aber am ersten Tage der süßen Brot traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm:

14 Chor: Wo willst du, dass wir dir bereiten,

Wo willst du, dass wir dir bereiten, das Osterlamm zu essen?

15 Rezitativ Evangelist: Er sprach: Gehet hin

Er sprach:
Gehet hin in die Stadt zu einem und sprecht zu ihm: Der Meister lässt dir sagen. Meine Zeit ist hier, ich will
bei dir die Ostern halten mit meinen Jüngern.
Und die Jünger täten, wie ihnen Jesus befohlen hatte,  und bereiteten das Osterlamm. Und am Abend setzte er
sich zu Tische mit den Zwölfen. Und das sie aßen, sprach er:
Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten.
Und sie wurden sehr betrübt und huben an, ein jeglicher unter ihnen, und sagten zu ihm:
Herr bin ich's?

16 Choral: Ich bin's ich sollte büße

Ich bin's, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen gebunden in der Höll. Die Geißeln und die Banden und was
du ausgestanden, das hat verdienet meine Seele.
5. Strophe aus "O Welt, sieh hier dein Leben"

17 Rezitativ Evangelist: Er antwortete und sprach

Der mit der Hand mit mir in die Schüssel tauchet, der wird mich verraten. Des Menschen Sohn gehet zwar
dahin, wie von ihm geschrieben stehet doch wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn ver-
raten wird! Es wäre ihm besser, dass derselbige Mensch noch nie geboren wäre.
Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach:
Bin ich's, Rabbi?
Er sprach zu ihm: Du sagest's.
Da sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, danket und brach's und gab's den Jüngern und sprach:
Nehmet, esset, das ist mein Leib.
Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach:
Trinket alle daraus das ist mein Blut des neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung
der Sünden. Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis
an den Tag, da ich's neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.

18 Rezitativ (Sopran): Wiewohl mein Herz in Tränen schwimmt

Wiewohl mein Herz in Tränen schwimmt, dass Jesus von mir Abschied nimmt,
So macht mich doch sein Testament erfreut: Sein Fleisch und Blut, o Kostbarkeit,
vermacht er mir in meine Hände. Wie er es auf der Welt mit denen Seinen nicht böse
können meinen, so liebt er sie bis an das Ende.

19 Arie (Sopran): Ich will dir mein Herze schenken

Ich will dir mein Herze schenken, Senke dich, mein Heil, hinein! Ich will mich in dir versenken
ist dir gleich die Welt zu klein, ei, so sollst du mir allein mehr als Welt und Himmel sein.

20 Rezitativ Evangelist: Und da sie den Lobgesang gesprochen hatten

Und da sie den Lobgesang gesprochen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. Da sprach Jesus zu ihnen:
In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir. Denn es stehet geschrieben. Ich werde den Hirten
schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen. Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch
hingehen in Galiläa.

21 Choral: Erkenne mich mein Hüter

Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Gutes getan.
Dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust.
Paul Gerhardt
5. Strophe aus "O Haupt voll Blut und Wunden"

22 Rezitativ Evangelist: Petrus aber antwortete

Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle sich an dir ärgerten, so will ich doch mich nimmermehr
ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn krähet, wirst du mich dreimal ver-
leugnen. Petrus sprach zu ihm: Und wenn ich mit dir sterben müsste, so will ich dich nicht verleugnen.
Desgleichen sagten auch alle Jünger.

23 Choral: Ich will hier bei Dir stehen

Ich will hier bei dir stehen verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze
bricht. Wenn dein Herz wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdenn will ich dich fassen in meinen Arm
und Schoß.

Am Ölberg in Gethsemane

24 Rezitativ Evangelist: Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe

Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane, und sprach zu seinen Jüngern:
Setzet euch hie, bis dass ich dort hingehe und bete.
Und nahm zu sich Petrum und die zween Söhne Zebedäi und fing an zu trauern und zu zagen.
Da sprach Jesus zu ihnen:
Meine Seele ist betrübt bis an den Tod, bleibet hie und wachet mit mir.

25 Rezitativ Tenor mit Choral: Oh Schmerz

O Schmerz!
Hier zittert das gequälte Herz
wie sinkt es hin,
wie bleicht sein Angesicht!

Was ist die Ursach aller solcher Plagen?

Der Richter führt ihn vor Gericht.
Da ist kein Trost, kein Helfer nicht.

Ach! meine Sünden haben dich geschlagen.

Er leidet alle Höllenqualen, er soll vor fremden Raub bezahlen.

Ich, ach Herr Jesu, habe dies verschuldet was du erduldet.

Ach, könnte meine Liebe dir, mein Heil, dein Zittern und dein Zagen,
vermindern oder helfen tragen, wie gerne blieb ich hier!

26 Arie Tenor: Ich will bei meinem Jesu wachen

Ich will bei meinem Jesu wachen,
So schlafen unsere Sünden ein.
ich will bei meinem Jesu wachen
So schlafen unsere Sünden ein
meinen Tod büßet seine Seelennot sein Trauern machet mich voll Freuden.
Drum muss uns sein verdienstlich Leiden recht bitter und doch süße sein.

27 Rezitativ Evangelist: Und ging hin ein wenig

Und ging hin ein wenig, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach:
Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch von mir doch nicht wie ich will,
sondern wie du willst.

28 Rezitativ Bass: Der Heiland fällt vor seinem Vater nieder

Der Heiland fällt vor seinem Vater nieder
dadurch erhebt er mich und alle
von unserem Falle,
hinauf zu Gottes Gnade wieder.
Er ist bereit, den Kelch, des Todes Bitterkeit zu trinken,
in welchen Sünden dieser Welt gegossen sind und hässlich stinken,
weil es dem lieben Gott gefällt.

29 Arie Bass: Gerne will ich mich bequemen

Gerne will ich mich bequemen, Kreuz und Becher anzunehmen,
trink ich doch dem Heiland nach. Denn sein Mund, der mit Milch
und Honig fließet, hat den Grund und des Leidens herbe Schmach
durch den ersten Trunk versüßet.

30 Rezitativ Evangelist: Und er kam zu seinen Jüngern

Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu ihnen:
Könnet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen? Wachet und betet, dass ihr nicht
in Anfechtung fallet! Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.
Zum andermal ging er hin, betete und sprach:
Mein Vater, ist's möglich, dass dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn,
so geschehe dein Wille.

31 Choral: Was mein Gott will, das g'scheh allzeit

Was mein Gott will, das g'scheh allzeit,
sein Will, der ist der beste, zu helfen den'n er ist bereit,
Die an ihn glauben feste. Er hilft aus Not, der fromme Gott,
und züchtigt mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut,
den will er nicht verlassen.

32 Rezitativ Evangelist: Und er kam und fand sie schlafend

Und er kam und fand sie aber schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs. Und er ließ sie und ging
abermals hin und betete zum dritten Mal und redete dieselbigen Worte. Da kam er zu seinen Jüngern
und sprach zu ihnen:
Ach! wollt ihr nun schlafen und ruhen? Siehe, die Stunde ist hie, dass des Menschen Sohn in der Sünder
Hände überantwortet wird. Stehet auf, lasset uns gehen siehe, er ist da, der mich verrät.
Und als er noch redete, siehe, da kam Judas, der Zwölfen einer, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern
und mit Stangen von den Hohenpriestern und Ältesten des Volks. Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen
gegeben und gesagt: "Welchen ich küssen werde, der ist's, den greifet!"
Und alsbald trat er zu Jesu und sprach:
Gegrüßet seiest du, Rabbi!
Und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ihm:
Mein Freund, warum bist du gekommen?
Da traten sie hinzu und legten die Hände an Jesum und griffen ihn.

33 Duett (Sopran, Alt): So ist mein Jesus nun gefangen / Chor: Lasst ihn, haltet / Chor: Sind Blitze, sind Donner

So ist mein Jesus nun gefangen.
Lasst ihn, haltet, bindet nicht!
Mond und Licht ist vor Schmerzen
untergegangen, weil mein Jesus ist gefangen.
Lasst ihn, haltet, bindet nicht!
Sie führen ihn, er ist gebunden.
Sind Blitze, sind Donner in Wolken verschwunden?
Eröffne den feurigen Abgrund, o Hölle, zertrümmre,
verderbe, verschlinge, zerschelle mit plötzlicher Wut
den falschen Verräter, das mörderische Blut!

34 Rezitativ Evangelist: Und siehe, einer aus denen, die mit Jesu waren

Und siehe, einer aus denen, die mit Jesu waren, reckete die Hand aus und schlug
des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm ein Ohr ab. Da sprach Jesus zu ihm:
Stecke dein Schwert an seinen Ort denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs
Schwert umkommen. Oder meinest du, dass ich nicht könnte meinen Vater bitten,
dass er mir zuschickte mehr denn zwölf Legion Engel? Wie würde aber die Schrift
erfüllet? Es muss also gehen.
Zu der Stund sprach Jesus zu den Scharen:
Ihr seid ausgegangen als zu einem Mörder, mit Schwertern und mit Stangen, mich zu
fassen bin ich doch täglich bei euch gesessen und habe gelehret im Tempel, und ihr habt
mich nicht gegriffen. Aber das ist alles geschehen, dass erfüllet würden die Schriften
der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen.

35 Choral: O Mensch, bewein dein Sünde groß

O Mensch, bewein dein Sünde groß, darum Christus seins Vaters Schoß
äußert und kam auf Erden von einer Jungfrau rein und zart für uns hier geboren
ward, er wollt der Mittler werden. Den Toten er das Leben gab und legt dabei
all Krankheit ab, bis sich die Zeit herdrange, dass er für uns geopfert würde, trüg
unsrer Sünden schwere Bürd wohl an dem Kreuze lange.

 

Zweiter Teil

Falsches Zeugnis

36 Arie mit Chor: Ach, nun ist mein Jesus hin!

Ach, nun ist mein Jesus hin!
Wo ist denn dein Freund hingegangen,
o du Schönste unter den Weibern?
Ist es möglich, kann ich schauen?
Wo hat sich dein Freund hingewandt?
Ach!  mein Lamm in Tigerklauen, ah,
wo ist mein Jesu hin?
So wollen wir mit dir ihn suchen.
Ach! was soll ich der Seele sagen,
wenn sie mich wird ängstlich fragen?
Ach! wo ist mein Jesus hin?

37 Rezitativ Evangelist: Die aber Jesus gegriffen hatten

Die aber Jesus gegriffen hatten, führten ihn zu dem Hohenpriester
Kaiphas, dahin die Schriftgelehrten und Ältesten sich versammelt
hatten. Petrus aber folgte ihm nach von ferne bis in den Palast des
Hohenpriesters und ging hinein und setzte sich bei den Knechten, auf
dass er sähe, wo es hinaus wollte. Die Hohenpriester aber und Ältesten
und der ganze Rat suchten falsches Zeugnis wider Jesus, auf dass sie ihn
töteten, und fanden keines.

38 Choral: Mir hat die Welt trüglich gerich't

Mir hat die Welt trüglich gericht'
mit Lügen und mit falschem Gedicht,
viel Netz und heimliche Stricke.
Herr, nimm mein wahr in dieser Gefahr,
behüte mich vor falschen Tücken!

39 Rezitativ Evangelist: Und wiewohl viel falsche Zeugen herzutraten

Und wiewohl viel falsche Zeugen herzutraten, fanden sie doch keins.
Zuletzt traten herzu zween falsche Zeugen und sprachen: Er hat gesagt:
Ich kann den Tempel Gottes abbrechen und in dreien Tagen denselben bauen:
Und der Hohepriester (Pontifex) stand auf und sprach zu ihm:
Antwortest du nichts zu dem, dass diese wider dich zeugen?
Aber Jesus schwieg stille.

40 Rezitativ: Mein Jesus schweigt

Mein Jesus schweigt zu falschen Lügen stille,
um uns damit zu zeigen, dass sein Erbarmens voller Wille
vor uns zum Leiden sei geneigt, und dass wir in dergleichen Pein
ihm sollen ähnlich sein und in Verfolgung stille schweigen.

41 Geduld! Wenn mich falsche Zungen stechen

Geduld! Wenn mich falsche Zungen stechen.
Leid ich wider meine Schuld Schimpf und Spott,
ei, so mag der liebe Gott meines Herzens Unschuld rächen.

42 Rezitativ Evangelist: Und der Hohepriester antwortete

Und der Hohepriester antwortete und sprach zu ihm:
Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagest,
ob du seiest Christus, der Sohn Gottes?
Jesus sprach zu ihm: Du sagest's. Doch sage ich euch: Von nun an wird's geschehen,
dass ihr sehen werdet des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen in den
Wolken des Himmels. Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach:
Er hat Gott gelästert was dürfen wir weiter Zeugnis? Siehe, jetzt habt ihr sein Gotteslästerung gehöret.
Was dünket euch? Sie antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig!

43 Rezitativ Evangelist: Da speieten sie aus

Da speieten sie aus in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten.
Etliche aber schlugen ihn ins Angesicht und sprachen:
Weissage uns, Christe, wer ist es, der dich schlug?

44 Choral: Wer hat dich so geschlagen

Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen
so übel zugerichtet? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsere
Kinder von Missetaten weißt du nicht.

45 Rezitativ Evangelist: Petrus aber saß draußen

Petrus aber saß draußen im Palast und es trat zu ihm eine Magd und sprach:
Und du warest auch mit dem Jesu aus Galiläa.
Er leugnete aber vor ihnen allen und sprach:
Ich weiß nicht, was du sagest.
Als er aber zu Tür hinausging, sah ihn eine andere und sprach zu denen, die da waren:
Dieser war auch mit dem Jesu von Nazareth. Und er leugnete abermals und schwur dazu:
Ich kenne des Menschen nicht.
Und über eine kleine Weile traten hinzu, die da standen und sprach zu Petrus:

46 Chor: Wahrlich, du bist auch einer von denen

Wahrlich, du bist auch einer von denen, denn deine Sprache verrät dich.

Rezitativ Evangelist: Da hub er an, sich zu verfluchen

Da hub er an, sich zu verfluchen und zu schwören:
Ich kenne des Menschen nicht.
Und alsbald krähte der Hahn. Da dachte Petrus an die Worte Jesu, da er zu ihm sagte:
Ehe der Hahn krähen wird, wirst du mich dreimal verleugnen. Und ging heraus und weinte bitterlich.

47 Arie Alt: Erbarme dich, mein Gott

Erbarme dich, mein Gott, um meiner Zähren (Tränen) willen!
Schaue hier, Herz und Auge weint vor dir bitterlich.

48 Choral: Bin ich gleich von Dir gewichen

Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein
hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein.
Ich verleugne nicht die Schuld aber deine Gnad und Huld ist viel
größer als die Sünde, die sich stets in mir befinde.

49 Rezitativ Evangelist: Des Morgens aber hielten alle Hohenpriester

Des Morgens aber hielten alle Hohepriester und die Ältesten des Volkes einen Rat über Jesus, dass sie
ihn töteten. Und banden ihn, führten ihn hin und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato.
Da das sah Judas, der ihn verraten hatte, dass er verdammt war zum Tode, reute es ihn und brachte herwieder
die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Ältesten und sprach:
Ich habe übel getan, dass ich unschuldig Blut verraten habe.
Sie sprachen:
Was gehet uns das an?
Da siehe du zu!

50 Rezitativ Evangelist: Und er warf die Silberlinge in den Tempel

Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon , ging hin und erhängte sich selbst.
Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen:
Es taugt nicht, dass wir sie in den Gotteskasten legen, denn es ist Blutgeld.

51 Arie Bass: Gebt mir meinen Jesum wieder

Gebt mir meinen Jesum wieder! Seht, das Geld, den Mörderlohn,
wirft euch der verlorne Sohn zu den Füßen nieder!

52 Rezitativ Evangelist: Sie hielten aber einen Rat

Sie hielten aber einen Rat und kauften einen Töpfersacker darum zum Begräbnis der Pilger.
Daher ist derselbige Acker genennet der Blutacker bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt
ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht: "Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet
ward der Verkauft, welchen sie kauften von den Kindern Israel, und haben sie gegeben um einen Töpfersacker,
als mir der Herr befohlen hat." Jesus aber stund vor dem Landpfleger und der Landpfleger fragte ihn und sprach:
Bist du der Juden König?
Jesus aber sprach zu ihm:
Du sagest's.
Und da er verklagt war von den Hohenpriestern und Ältesten, antwortete er nichts. Da sprach Pilatus zu ihm:
Hörest du nicht , wie hart sie dich verklagen?
Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort, also, dass sich auch der Landpfleger sehr verwunderte.

53 Choral: Befiel du deine Wege

Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des,
der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn,
der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.

Überantwortung und Geißelung

54 Rezitativ Evangelist: Auf das Fest aber hatte der Landpfleger Gewohnheit

Auf das Fest aber hatte der Landpfleger Gewohnheit, dem Volk einen Gefangenen loszugeben,
welchen sie wollten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor andern,
der hieß Barrabas. Und da sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen:
Welchen wollet ihr, dass ich euch losgebe? Barrabam oder Jesum, von dem gesaget wird, er sei Christus?
Denn er wusste wohl, dass sie ihn aus Neid überantwortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte
sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen:
Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen!
Aber die Hohenpriester und die Ältesten überredeten das Volk, dass sie um Barrabam bitten sollten und Jesum
umbrächten.
Da antwortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen:
Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll losgeben?
Sie sprachen: Barrabam!
Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich denn machen mit Jesus, von dem gesagt wird, er sei Christus?
Sie sprachen alle: Lass ihn kreuzigen!

55 Choral: Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe

Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe,
die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte.

56 Rezitativ Evangelist: Der Landpfleger sagte

Der Landpfleger sagte:
Was hat er denn Übels getan?

57 Rezitativ Sopran: Er hat uns allen wohlgetan

Er hat uns allen wohlgetan, den Blinden gab er das Gesicht, die Lahmen
macht er gehend, er sagt uns seines Vaters Wort, er trieb die Teufel fort;
betrübte hat er aufgerichtet, er nahm die Sünder auf und an. Sonst hat mein
Jesus nichts getan.

58 Arie Sopran: Aus Liebe will mein Heiland sterben

Aus Liebe will mein Heiland sterben, von einer Sünde weiß er nichts.
Dass das ewige Verderben und die Strafe des Gerichts nicht auf meiner Seele bliebe.

59 Rezitativ Evangelist: Sie schrieen aber noch mehr

Sie schrieen aber noch mehr und sprachen: Lass ihn kreuzigen!
Da aber Pilatus sah, dass er nichts schaffte, sondern dass ein viel großer Getümmel ward,
nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach:
Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten, sehet ihr zu.
Da antwortete das ganze Volk und sprach:
Sein Blut komme über uns und unsere Kinder.
Da gab er ihnen Barrabam los aber Jesum ließ er geißeln und
überantwortete ihn, dass er gekreuziget würde.

60 Rezitativ Alt: Erbarm es Gott

Erbarm es Gott! Hier steht der Heiland angebunden. O Geißelung, o Schläg, o Wunden!
Ihr Henker, haltet ein! Erweichet euch der Seelen Schmerz, der Anblick solchen Jammers nicht?
Ach ja! Ihr habt ein Herz, das muss der Martersäule gleich und noch viel härter sein. Erbarmt
euch, haltet ein!

61 Arie Alt: Können Tränen meiner Wangen

Können Tränen meiner Wangen nichts erlangen, o, so nehmt mein Herz hinein!
Aber lasst es bei den Fluten, wenn die Wunden milde bluten, auch die Opferschale sein!

62 Rezitativ Evangelist: Da nahmen die Kriegsknechte

Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers Jesum zu sich in das Richthaus und sammelten über
ihn die ganze Schar und zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an und flochten eine dornene
Krone und setzten sie auf sein Haupt und ein Rohr in seine rechte Hand und beugten die Knie vor ihm und
spotteten ihn und sprachen: Gegrüßest seiest du, Judenkönig!
Und speieten ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt.

63 Choral: O Haupt voll Blut und Wunden

O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zu Spott gebunden
mit einer Dornenkron, o Haupt, sonst schön gzieret mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber hoch
schimpfieret, gegrüßet seiest du mir!

Du edles Angesichte, dafür sonst schrickt und scheut das große Weltgerichte, wie bist du so bespeit
wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht'?

Kreuzigung

64 Rezitativ Evangelist: Und da sie ihn verspottet hatten

Und das sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an und
führten ihn hin, dass sie ihn kreuzigten. Und indem sie hinausgingen, fanden sie einen Menschen von Kyrene mit
Namen Simon den zwangen sie, dass er ihm sein Kreuz trug.

65 Rezitativ Bass: Ja freilich will in uns das Fleisch und Blut

Ja freilich will in uns das Fleisch und Blut zum Kreuz gezwungen sein,
je mehr es unserer Seele gut, je herber geht es ein.

66 Arie Bass: Komm, süßes Kreuz

Komm, süßes Kreuz, so will ich sagen, mein Jesu,
gib es immer her! Wird mir mein Leiden einst zu schwer
so hilfst du mir es selber tragen.

67 Rezitativ Evangelist: Und da sie an die Stätte kamen

Und da sie an die Stätte kamen mit Namen Golgatha,  gaben sie ihm Essig zu trinken mit Gallen vermischet und
da er es schmeckte, wollte er es nicht trinken. Da sie ihn aber gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider und
warfen das Los darum, auf dass erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten: " Sie haben meine Kleider
unter sich geteilt, und über mein Gewand haben sie das Los geworfen." Und sie saßen allda und hüteten sein.
Und oben zu seinem Haupt hefteten sie die Ursache seines Todes beschrieben, nämlich: "Dies ist Jesus, der Juden
König." Und da wurden zwei Mörder mit ihm gekreuzigt, einer zur Rechten und einer zur Linken. Die aber vorüber-
gingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Der du den Tempel Gottes zerbrichst und bauest ihn
in dreien Tagen, hilf dir selber! Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz!
Desgleichen auch die Hohenpriester spotteten sein samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen:
Andern hat er geholfen und kann sich selber nicht helfen. Ist er der König Israel, so steige er nun vom Kreuz, so
wollen wir ihm glauben. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, lüstet's ihn denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn.
 
68 Rezitativ Evangelist: Desgleichen schmähten ihn auch die Mörder

Desgleichen schmähten ihn auch die Mörder, die mit ihm gekreuzigt waren.

69 Rezitativ Alt: Ach Golgatha

Ach Golgatha, unseliges Golgatha!
Der Herr der Herrlichkeit muss schimpflich hier verderben.
Der Segen und das Heil der Welt wird als ein Fluch ans Kreuz gestellt.
Der Schöpfer Himmels und der Erden soll Erd und Luft entzogen werden.
Die Unschuld muss hier schuldig sterben, das gehet meiner Seele nah
ach Golgatha, unseliges Golgatha!

70 Arie Alt: Sehet, Jesus hat die Hand

Sehet, Jesus hat die Hand, uns zu fassen, ausgespannt, kommt!
Wohin?
In Jesu Armen.
Sucht Erlösung nehmt Erbarmen, suchet!
Wo?
In Jesu Armen.
Lebet, sterbet, ruhet hier, ihr verlassenen Küchlein ihr, bleibet!
Wo?
In Jesu Armen.

71 Rezitativ Evangelist: Und von der sechsten Stunde an

Und von der sechsten Stunde an war eine Finsternis über das ganze Land bis zu der neunten Stunde.
Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthani?
Das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Etliche aber, die da stunden, da sie das
hörten, sprachen sie: Der rufet dem Elias!
Und bald lief einer unter ihnen, nahm einen Schwamm und füllte ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr
und tränkte ihn. Die anderen aber sprachen: Halt! lass sehen, ob Elias komme und ihm helfe!
Aber Jesus schrie abermals laut und verschied.

72 Choral: Wenn ich einmal soll scheiden

Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir,
wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du denn hierfür!
Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß
mich aus den Ängsten Kraft deiner Angst und Pein!

73a Rezitativ: Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriss

Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus. Und die Erde
erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber taten sich auf, und stunden auf viel Leiber der Heiligen,
die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und
erschienen vielen. Aber der Hauptmann und die bei ihm waren und bewahreten Jesum, da sie sahen das Erd-
beben und was da geschah, erschraken sie sehr und sprachen: Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen.

73b Rezitativ: Und es waren viel Weiber da

Und es waren viel Weiber da, die von ferne zusahen, die da waren nachgefolgt aus Galiläa und hatten
ihm gedient, unter welchen war Maria Magdalena und Maria, die Mutter Jacobi und Joses, und die Mutter
Zebedäi. Am Abend aber kam ein reicher Mann von Arimathia, der  hieß Joseph, welcher auch ein Jünger Jesu
war, der ging zu Pilatus und bat ihn um den Leichnam Jesu. Da befahl Pilatus, man sollte ihm ihn geben.

74 Rezitativ Bass: Am Abend, da es kühle war

Am Abend, da es kühle war, ward Adams Fallen offenbar
am Abend drücket ihn der Heiland nieder. Am Abend kam die Taube wieder
und trug ein Ölblatt in dem Munde. O schöne Zeit! O Abendstunde!
Der Friedensschluss ist nun mit Gott gemacht, denn Jesus hat sein Kreuz vollbracht.
Sein Leichnam kommt zur Ruh, ach! liebe Seele, bitte du, geh, lasse dir den toten Jesum
schenken, o heilsames, o köstliches Angedenken!

75 Arie Bass: Mache dich, mein Herze, rein

Mache dich, meine Herze, rein, ich will Jesum selbst begraben.
Denn er soll nunmehr in mir für und für seine süße Ruhe haben.
Welt, geh aus, lass Jesum ein!

76 Rezitativ Evangelist: Und Joseph nahm den Leib

Und Joseph nahm den Leib und wickelte ihn in ein rein Leinwand und legte ihn in sein eigenes neues Grab,
welches er hatte lassen in einen Fels hauen, und wälzte einen großen Stein vor die Tür des Grabes und ging
davon. Es war aber allda Maria Magdalena und die andere Maria, die setzten sich gegen das Grab. Des andern
Tages, der da folget nach dem Rüsttage, kamen die Hohenpriester und Pharisäer sämtlich zu Pilatus und sprachen:
Herr, wir haben gedacht, dass dieser Verführer sprach, da er noch lebte: Ich will nach dreien Tagen wieder auferstehen.
Darum befiehl, dass man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf dass nicht seine Jünger kommen und stehlen
ihn und sagen zu dem Volk: Er ist auferstanden von den Toten, und werde der letzte Betrug ärger denn der erste!
Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter gehet hin und verwahret's, wie ihr's wisset!
Sie gingen hin und verwahreten das Grab mit Hütern und versiegelten den Stein.

77 Rezitativ Sopran: Nun ist der Herr zur Ruh gebracht

Nun ist der Herr zur Ruh gebracht.
Mein Jesu, gute Nacht!
Die Müh ist aus, die unsere Sünden ihm gemacht.
Mein Jesu, gute Nacht!
O selige Gebeine, seht, wie ich euch mit Buß und Reu beweine,
dass euch mein Fall in solche Not gebracht!
Mein Jesu, gute Nacht!
Habt lebenslang vor euer Leiden tausend dank, dass ihr mein
Seelenheil so wert geacht.
Mein Jesu, gute Nacht!

78 Chor: Wir setzen uns mit Tränen nieder

Wir setzen uns mit Tränen nieder und rufen dir im Grabe zu:
Ruhe sanfte, sanfte ruh! Ruht, ihr ausgesogenen Glieder!
Euer Grab und Leichenstein soll dem ängstlichen Gewissen ein
bequemes Ruhekissen und der Seelen Ruhstatt sein. Höchst
vergnügt schlummern da die Augen ein.